Wir paddeln von 11:30 bis 18:30.

Heute ist ein anstrengender Tag, seit der Autobahn-Brücke gestern riecht der schöne Fluss leicht nach Gülle und es schwimmen gelbe poröse Klöße darauf.
Der Fluss ist breit und scheint träge zu fließen. Die muntere Lebendigkeit erst mal dahin… uns geht das Trinkwasser aus und nach einer großen Brücke – hinter der der Ticino in den Po mündet, wollen wir Trinkwasser tanken.
Der Ticino scheint uns wundervoll. In seiner blauen Farbe und Klarheit.
Die beiden Restaurants sind geschlossen und so zapfen wir Wasser an einer Bootswerft. Unsere großartige Reise interessiert diese coolen Italiener nicht. Das Wasser ist Trinkwasser aber schmeckt nicht so gut, versteht Rainer. Wir denken uns nichts dabei und tauschen sogar Wasser, das wir haben, aus gegen das kühle frische Nass. Hah!
Den ersten Schluck, am Boot genossen, spucke ich würgend wieder aus. Es riecht und schmeckt nach Gülle.
Aus Mangel an Alternativen machen wir uns auf den Weg zu unserem Nachtplatz und beschließen alles abzukochen.
Nach einem langen harten Tag mit viel Muskeleinsatz bauen wir in der untergehenden Sonne unser Zelt auf und Rainer kocht methodisch und entschlossen das Wasser ab, was hilft!
Völlig fertig gehen wir früh schlafen zu Geräuschen der nahen Strada und lauschen dem Autolärm. Um 4:53 Uhr lernen wir: schlimmer geht immer – wir werden wir von einem Kieswerk geweckt, und zu betäubendem Lärm dösen wir noch 2 Stunden in Dämmerschlaf dahin. Um halb 9 am folgenden Tag sind wir ohne Kaffee wieder unterwegs und fliehen den Lärm. Der Fluss sieht schön aus im Morgennebel…

In Italien, so der Bericht der Legambiente, fließen Abwässer von 23 der knapp 60 Millionen Einwohnern immer noch ungereinigt direkt ins Meer oder in Flüsse und Bäche, die es dann an Stränden wieder ausspucken.
